Regrowing

Was ist Regrowing überhaupt?

Das Wort „Regrowing“ kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie „Nachwachsen lassen“. Der Grundgedanke dabei ist folgender: Überbleibsel aus der Küche, die normalerweise im Müll landen, werden aufgehoben und wieder eingepflanzt, sodass neue Früchte entstehen. Unter Gärtnern ist dieses Prinzip auch als „Stecklingsvermehrung“ bekannt.

Warum lohnt sich Regrowing?

Regrowing ist relativ einfach: Man braucht nur wenig Platz, wenige Gegenstände und es ist sehr flexibel. Egal, ob man in der Stadt oder auf dem Land lebt und egal, ob es Winter oder Sommer ist, Regrowing funktioniert fast immer und überall. Außerdem spart es nicht nur Ressourcen, da man die Früchte „recycelt“, sondern auch Geld, weil man nicht immer neues Obst und Gemüse kaufen muss. Es ist also nachhaltig und folgt dem „Zero-waste-Prinzip“. Ein weiterer Vorteil ist, dass es einfach Spaß macht, sein eigenes Obst und Gemüse anzubauen. Vor allem für Kinder ist es schön zu sehen, wie sich die Pflanzen von Woche zu Woche verändern und, dass man sich um die Pflänzchen kümmern muss. So entsteht eine ganz besondere Wertschätzung für Lebensmittel.

Was gehört zur Grundausstattung fürs Regrowing?

  • Gemüse/Obst/Kräuter/… (muss noch knackig& relativ frisch sein!)
  • Wasser
  • Behälter (Gläser/Schalen/alte Dosen)
  • Erde (anfangs: Anzuchterde (nährstoffarm, wasserdurchlässig -> gut für die Wurzelbildung); später: nähstoffreiche Erde)
  • einen hellen Platz ohne direkte Sonneneinstrahlung (z.B. Fensterbank)
  • ca. 20°C Temperatur

Wie schwierig ist Regrowing?

Bei den verschiedenen Obst- und Gemüsesorten ist der Schwierigkeitsgrad unterschiedlich hoch. Am einfachsten sind: Frühlingszwiebeln, Lauch, Salat, Karottengrün. Zur Königsdisziplin gehören: Ananas, Ingwer, Avocado, Süßkartoffel, Mango. Diese Früchte benötigen sehr warme Temperaturen und eine hohe Luftfeuchtigkeit. Um eine höhere Luftfeuchtigkeit zu erreichen, kann man mit einer durchlöcherten Frischhaltefolie ein Mini-Gewächshaus ganz einfach selbst bauen. Es kann trotzdem sein, dass die tropischen Früchte zwar austreiben, aber keine Früchte tragen. Das wäre zwar schade, da man keinen Ertrag hat, aber man gewinnt dennoch eine schöne Zimmerpflanze, die sonst auf dem Müll gelandet wäre.

Wie funktioniert Regrowing?

Prinzip 1: Regrowing im Wasser

Lauch, Frühlingszwiebeln, Stangensellerie: Gemüseenden etwas großzügiger abschneiden als üblich (ca. 4 cm). Die Strunke in ein Gefäß stellen (Wurzeln nach unten). Dann das Gefäß so weit mit Wasser füllen, dass die Wurzeln bedeckt sind und der Rest des Gemüses noch aus dem Wasser ragt. Das Gemüse maximal 2 Wochen lang wachsen lassen. Dann kann das junge Grün geerntet werden. Das Wasser sollte alle 2 Tage gewechselt werden, um unangenehme Gerüche zu vermeiden (gilt immer bei Regrowing im Wasser). Geerntet wird nur das neu gewachsene Grün, da das Ausgangsgemüse matschig und ausgelaugt ist.

Karotten: Es eignen sich am besten Bundmöhren. Wenn man die Karotte verwendet, bleibt oben der Teil, an dem das Grün wächst übrig. Den ca. 2 cm großen Karottenstrunk in eine flache Schüssel mit ein wenig Wasser geben. Das Grün sollte nicht mit dem Wasser bedeckt werden! Nach ca. 2 Tagen das Wasser wechseln. Das geerntete Karottengrün ist sehr gesund und macht sich gut in Salaten oder Smoothies. Eine weniger gesunde alternative wären selbstgemachte Karottengrün-Chips.

Prinzip 2: Erst Wasser, dann Erde

Kräuter: Die unteren Blätter eines Zweigs abschneiden und verarbeiten. Den gezupften Zweig in ein Glas mit Wasser stellen und warten bis sich Wurzeln bilden. Regelmäßiges Wasserwechseln nicht vergessen! Dann das Pflänzchen vorsichtig umtopfen.

Salat: Behalte die Salatblätter, die du sonst in den Müll werfen würdest und lege sie in eine Schüssel mit ein wenig Wasser. Die Schüssel sollte an einem warmen und sonnigen Ort stehen. Die Blätter müssen ab und zu mal ein bisschen angefeuchtet werden. Nach einiger Zeit sollten an den Blätter Wurzeln zu sehen sein. Der Salat kann dann in einen Topf umgepflanzt werden.

ODER: Den Strunk (etwa fünf Zentimeter) in Wasser legen und an ein sonniges Plätzchen stellen. Auch hier ist es wichtig, das Wasser nach ca. 2 Tagen Tagen zu wechseln. Sobald sich neue Wurzeln erkennen lassen und oben aus dem Strunk frisches Grün wächst, ist es an der Zeit, den Salat in die Erde zu setzen.

Ananas: Einfach die Blattkrone herausbrechen oder -schneiden und in ein Gefäß mit Wasser setzen, bis Wurzeln zu sehen sind. Dann kann sie in einen Topf mit Erde gepflanzt werden. Etwa einmal pro Woche gießen und in einen warmen Raum stellen.

Avocado: Kern auslösen und abwaschen. Danach steckt man 3 Zahnstocher hinein und legt ihn mit dieser „Halterung“ auf ein Glas, so dass er ein wenig niedriger hängt als der Glasrand. Dann füllt man das Glas so weit mit Wasser, dass der untere Teil der Kerns im Wasser liegt. Alle 2 Tage sollte das Wasser gewechselt werden. Nach ein paar Wochen bilden sich Wurzeln. Wenn diese schön ausgebildet sind, kann man das Pflänzchen umtopfen.

Prinzip 3: sofort einpflanzen

Kartoffeln: Am besten eignen sich Kartoffeln, die schon ein wenig austreiben. Kartoffel halbieren und trocknen lassen. Sobald an der Schnittseite keine Feuchtigkeit mehr zu spüren ist, Kartoffel mit der Schnittseite nach unten einpflanzen. Die Erde sollte locker darüber liegen, also nicht festdrücken. Und gießen nicht vergessen!

Pilze: Um Pilze nachzuzüchten braucht man nur die Stiele. Die Kappen können zum Kochen verwendet werden. Die Stiele werden so in die Erde gesetzt, dass nur noch die Spitzen ein wenig rausschauen. Bei Pilzen sind warme Temperaturen und eine hohe Luftfeuchtigkeit essentiell. Champignons benötigen zudem kaum Licht.

Knoblauch: einfach eine Knoblauchzehe mit der Spitze nach oben einpflanzen. Die Spitze darf ein wenig aus der Erde rausschauen. Dann heißt es: Gießen und warten…

Zwiebeln: Das übrig gebliebene Wurzelende in die Erde stecken und an einem warmen Ort aufstellen. Die Erde sollte stets feucht sein, also gießen nicht vergessen!

Ingwer: Einfach ein Stück Ingwer einpflanzen und an einem warmen Ort aufstellen. Dann heißt es: Gießen und warten…

Früchte mit Kernen (Apfel, Aprikose, Kirsche, Tomate, Zitrone, Paprika): Kerne aus der Frucht lösen, trocknen lassen und einpflanzen.

Buchtipp:

Regrow your veggies – Gemüsereste endlos nachwachsen lassen

(ISBN: 978-3-8186-0534-6)