Das Patenschaftskonzept für Jugendliche

Kompetente Aktive öffnen Türen in die Jugendarbeit

Bayernweit gibt es viele NAJU-Kindergruppen, im Vergleich dazu aber nur wenige Jugendgruppen. Kinder, die zu "alt" für die Kindergruppe sind, brechen aufgrund eines fehlenden Angebots und fehlender dauerhafter Strukturen im Jugendbereich vor Ort oft weg.

Das muss nicht so sein. Es gibt aus den Kindergruppen heraus genug Kinder und Jugendliche, die auch weiterhin starkes Interesse an den Themen des Umwelt- und Naturschutzes haben und weiter mit dabei wären. Es fehlt allerdings oft an den kompetenten Akteuren, die Jugendlichen etwas bieten und sie zu eigenem Engagement motivieren können. Die über ein breites ökologisches Wissen oder umfangreiche handwerkliche oder technische Kenntnisse verfügen. Die aber auch bereit sind und im besten Fall Lust darauf haben, sich auf eine Altersgruppe einzulassen, die als wesentlich schwieriger gilt als die Kinder im Grundschulalter.

Diese Kompetenzen muss man im Verband nicht lange suchen. Sie sind bei den Aktiven des LBV in jeder Kreis- und Ortsgruppe vorhanden. Hoch motivierte und engagierte Leute, aufgrund jahrelanger Tätigkeit vor Ort oft hervorragend vernetzt. An deren Willen, Jugendarbeit zu unterstützen und Wissen weiterzugeben, fehlt es oft nicht. Hemmschuh ist allerdings oft die Unkenntnis darüber, wie man auf Jugendliche zugehen und welche Punkte man in den Angeboten für Jugendliche beachten sollte.

Hier setzt das Patenschaftsprojekt an. Es soll der erste Einstieg und Türöffner in die Jugendarbeit sein, angepasst an die Möglichkeiten von LBV-Gruppen vor Ort, die eventuell noch nicht über Erfahrung in der Jugendverbandsarbeit verfügen. Eine Möglichkeit, wie neben der klassischen Gruppenarbeit junge Menschen für das Engagement und die Idee des Naturschutzes begeistert werden sollen.

Kern des Konzeptes ist, dass interessierte Jugendliche einen "Paten" in der Kreisgruppe haben. Dieser nimmt den/die Jugendlichen ab und zu in losen Zeitabständen mit hinaus und zeigt ihm/ihnen interessante Projekte der Kreisgruppe. Das kann beispielsweise die Pflege einer Orchideenwiese, das Beringen von Greifvögeln und Eulen oder das Beobachten und Detektieren von Fledermäusen sein. Die Möglichkeiten sind bei der Themenfülle des LBV und der Kompetenz der Aktiven unerschöpflich! Auf diese Weise lernt das Patenkind die Arbeit des LBV vor Ort besser kennen, kann in die Kreisgruppe integriert werden und nach und nach selbst kleine Aufgaben übernehmen. Ist das Patenkind begeistert, lädt es Freunde ein, an den Aktivitäten teilzunehmen. Oder stellt die eigenen Aktivitäten und Erlebnisse in einer Schülerzeitung vor. Schließlich entwickelt es selbst Vorschläge für weitere Aktivitäten für Jugendliche, vielleicht gemeinsam mit dem Jugendbeauftragten des LBV. Der wunderbare Beginn des Aufbaus von Strukturen von Jugendarbeit wäre damit geschafft.