Der Teide-Nationalpark

Vulkan bestraft schlechte Taten
Der Schichtvulkan Pico del Teide erhebt sich mitten aus einer riesigen Caldera, einem kesselförmigen Vulkankrater mit 17 Kilometern Durchmesser namens Las Cañadas. Mit einer beachtlichen Höhe von 3718 Metern ist er der höchste Berg Spaniens. Las Cañadas entstand vor 170.000 Jahren aus einem älteren Vulkan, dessen entleerte Magmakammern in sich zusammenbrachen. Sein Name "El Teide" stammt von den Guachen, den Ureinwohnern Teneriffas, die den Berg "Echeyde" nannten. Er bezeichnet die Heimstätte des bösen Dämons Guayota, welcher der Legende nach den Sonnengott Magec im Echeyde gefangen hielt und die schlechten Taten der Menschen mit Vulkanausbrüchen strafte. Zutiefst erschreckt von der Dunkelheit, baten die Guachen ihren obersten Gott Achamán um Hilfe. Dieser verjagte Guayota, befreite den Sonnengott und verschloss die obere Öffnung des Echeyde mit einem Stopfen.

Außergewöhnliche Landschaft und Tierwelt

Die Landschaft ist geprägt von erhaltenen Lavaströmen, Bimsstein und Felsen. Durch die Einlagerung und Verwitterung verschiedener Mineralien sind auch beeindruckende Farben zu sehen, die auch "Die sieben Farben des Teide" genannt werden. Zum Beispiel gibt es eine Steinformation, die sich "Los Azulejos" nennt, da sie in einem wundervollen, fast unnatürlichem Jadegrün erscheinen. Eine solche Färbung entsteht durch das im Gestein enthaltene Eisenhydrat.

Tierarten, die es sonst nirgends gibt
Das außergewöhnliche Klima hat eine beeindruckende Flora mit vielen endemischen Arten (das sind Tierarten, die fast nur in diesem Gebiet vorkommen) geschaffen, die sich auf unvorstellbare Weise an die starke Hitze und Sonneneinstrahlung im Sommer und die tiefen Nacht- und Wintertemperaturen sowie die Trockenheit angepasst haben. Im Park gibt es mindestens 30 verschiedene solcher Pflanzenarten. Zur Fauna gehört hauptsächlich die große Population an Insekten, aber man findet auch einige Kaninchen, verschiedene Vogelarten und Eidechsen.

Seilbahn und Sondergenehmigung

Seit 1971 gibt es die Teide-Seilbahn "Teleférico de Teide". Sie beginnt bei ca. 2356 Metern und führt bis fast zum Gipfel auf 3555 Meter Höhe. Von dort kann man bis auf die Nachbarinseln Gran Canaria, La Palma und El Hierro sehen. Um die letzten ca. 150 Meter hoch zum Krater laufen zu dürfen, muss man eine Sondergenehmigung in der Nationalparkverwaltung beantragen, da seit der 1990er Jahre verschärft auf die Einhaltung des Naturschutzes geachtet wird, was durch Wildhüter kontrolliert wird. Wer statt der Seilbahn lieber wandern möchte, kann auch den vierstündigen Wanderweg vom Berg Montaña Blanca nehmen, um auf den Teide zu gelangen.

Eiszapfen im Sommer

Im Sommer kann man in der Schutzhütte "Alta Vista" übernachten, die auf ca. 3250 Metern liegt. Von dort aus kann man sich den beeindruckenden Sonnenaufgang auf dem Teide ansehen. Ein Stück über der Schutzhütte Alta Vista ist die "Cueva del Hielo", eine Eishöhle. An den Wänden der ca. 50 Meter langen Gänge hängen auch bei sommerlichen Temperaturen Eiszapfen und der See ist stets zugefroren. Der Parque National de las Cañadas ist also auf jeden Fall einen Besuch wert, wenn man mal auf Teneriffa ist.

Info-Box:
Eröffnung: 1954
Lage: auf Teneriffa (Insel der Kanaren; im Atlantik vor Westafrika; gehört zu Spanien)
Fläche: 136 km² Jährliche Besucherzahl: 3 Millionen - mehr hat kein Nationalpark in Europa
UNESCO-Weltnaturerbe: seit 2007

Anna-Lena Tisken

Quellen
Teide-NP: www.spain-tenerife.com/D/teide.html (23.10.2013)
www.sonneninsel-teneriffa.de/teide/ (23.10.2013)