Parc National de Doñana - Erdbeeren bedrohen Idyll

Der Unimog rollt über die steile Düne, vor mir erstreckt sich eine weite Landschaft: Niedrige Wälder und sumpfiger Boden. Bis auf viele Vogelstimmen und den Wind ist nichts zu hören - obwohl ich mich mitten in einer der größten Touristenregionen Spaniens, der Costa de la Luz, befinde.

Der Nationalpark

Der Parc National de Doñana liegt im Süden Spaniens, in Andalusien im Delta des Guadalquivir. Dieser hat durch Sedimentablagerungen über Jahrhunderte hinweg diese feuchte Oase zwischen den Sandstränden und trockenen Berglandschaften geschaffen. Die Doñana war früher ein Jagdgebiet und wurde 1969 zum Nationalpark und 1994 schließlich zum UNESCO Weltnaturerbe erklärt. Mit Pufferzone ist der Park gut 80 000 Hektar groß. Tausende Zugvögel machen am südlichsten Zipfel Spaniens im flachen Feuchtgebiet und den eindrucksvollen Dünen im Herbst Rast - einige überwintern sogar dort. Über die Hälfte aller europäischen Vogelarten kann man im Park beobachten. Neben seltenen Vogelarten wie dem Löffler kann der Besucher auch den stark bedrohten Iberischen Luchs entdecken.

Ein bedrohtes Idyll?
Der Nationalpark ist auf den Wasserzufluss des Rocina angewiesen, doch das Wasser wird in den letzten Jahren immer weniger, weil illegale Bohrungen Wasser abzapfen. Vor allem der Anbau von Erdbeeren ist schuld. Der WWF versucht gegenzusteuern, indem er mit den Erdbeerfarmen zusammenarbeitet und sie zu wassersparenderen Arten des Anbaus berät. Hier sieht man mal wieder, dass es viel besser ist, saisonal einzukaufen, denn wer braucht schon im Februar Erdbeeren? 1998 kam es zu einer Katastrophe: Ein Damm der Mine Los Frailes brach und es flossen gut fünf Millionen Liter mit Arsen, Blei und Zink verseuchte Abwässer in Richtung Parc National de Doñana. Doch zum Glück reagierten die Bauern schnell - sie bauten Dämme und konnten so den giftigen Schlick aufhalten.

Einmal im Jahr kommen die Pilger

Am Rande des Parks liegt der drittgrößte Wallfahrtsort nach Santiago de Compostela und Lourdes. In der Pfingstzeit pilgern bis zu 50 000 Leute, die meisten zu Pferd, in die Stadt El Rocío. Der Weg der Bruderschaft von Jerez führt schon seit Jahrhunderten durch den Parc National de Doñana, daran hat auch die Ernennung zum Naturschutzgebiet nichts geändert. Doch die Route ist streng kontrolliert und lizensiert. Ohne Genehmigung darf keiner in den Park, damit die Tiere im Parc National de Doñana geschützt und möglichst unbeeinflusst leben können.

Der Park ist auf jeden Fall einen Besuch wert, mit Unimogs hat man als Besucher die Möglichkeit, in das wunderschöne Naturschutzgebiet zu gelangen und die wilde Natur zu entdecken.

Julia Nestlen

Quellen
www.andalusien360.de/land-leute/natur/nationalpark-donana (29.09.2013)
www.welt.de/reise/article6618190/Andalusiens-Nationalpark-ist-ein-bedrohtes-Idyll.html (29.09.2013)