Nationalpark ist Naturschutzgebiet - oder doch nicht?

Der Begriffsdschungel rund um Schutzgebiete
In diesem Jahr dreht sich bei der NAJU alles rund um Nationalparks. Aber was genau ist eigentlich ein Nationalpark? Gibt es noch andere Schutzgebietstypen und wenn ja, welche? Und wie unterscheiden sich diese vom Nationalpark? An dieser Stelle möchten wir auf diese Fragen eingehen und euch kurz die wichtigsten Begriffe und Unterschiede erläutern.

Der Nationalpark
In Deutschland gibt es derzeit ganze 14 Nationalparks. Das Bundesnaturschutzgesetz sagt, dass ein Nationalpark in einem überwiegenden Teil des Gebietes die Voraussetzungen eines Naturschutzgebietes erfüllen muss. Zudem sollte er eine gewisse Größe haben und natürlich etwas Besonderes vorzuweisen haben. Aber das wohl wichtigste Kriterium für einen Nationalpark ist seine "wilde Natur": Der Mensch darf in einem solchen Gebiet so gut wie keinen Einfluss auf Pflanzen und Tiere nehmen, damit diese sich frei nach den Gesetzen der Natur entwickeln können. Zum einen ist das natürlich für Wissenschaftler sehr interessant, die durch die Umweltbeobachtung dort neue und wichtige Erkenntnisse gewinnen können. Zum anderen, wie ihr aber bestimmt wisst, sind Nationalparks auch bei der breiten Bevölkerung als Ausflugsziel äußerst beliebt. Unberührte Natur, die man sehen, riechen und spüren kann, laden zu Erholung, Entspannung und langen Spaziergängen ein - aber natürlich nur in einem Rahmen, der den Richtlinien des Naturschutzes entspricht.

Das Naturschutzgebiet
In einem Naturschutzgebiet sollen - wie der Name schon verrät - Natur und Landschaft besonders geschützt werden, zum Beispiel um Biotope oder bestimmte Tier- und Pflanzenarten zu erhalten oder deren Entwicklung zu fördern. Ein Gebiet kann aber auch aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen oder landeskundlichen Gründen oder einfach nur wegen seiner Schönheit oder besonderen bzw. seltenen Phänomenen oder Vorkommen zum Naturschutzgebiet gekürt werden. Ende 2009 hatte Deutschland schon über 8481 Naturschutzgebiete - das entspricht 3,6% unserer Gesamtfläche. Wusstet ihr, dass das größte Naturschutzgebiet in Deutschland mit mehr als 136.500 Hektar das Nordfriesische Wattenmeer ist?

Das Landschaftsschutzgebiet
Ein solches Gebiet wird besonders geschützt, um die Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushaltes zu erhalten oder wiederherzustellen. Deshalb wird neben der Pflanzen- und Tierwelt vor allem auf Boden, Grundwasser, Klima und Landschaftsbild geachtet. Im Gegensatz zum Naturschutzgebiet gibt es hier nur wenige Nutzungseinschränkungen. Land- und Forstwirtschaft können uneingeschränkt stattfinden, solange sie nicht den Charakter des Gebietes verändern.

Der Naturpark
Naturparks machen ca. 27% der Landesfläche Deutschlands aus. Damit ein Gebiet als Naturpark ausgezeichnet werden kann, muss es eine gewisse Mindestgröße haben und überwiegend Landschaftsschutzgebiete oder Naturschutzgebiete beinhalten. Naturparks sind für die Erholung vorgesehen und sollen neben einer dauerhaft umweltgerechten Landnutzung auch einen nachhaltigen Tourismus anstreben.

Isabella Bria

Quellen:
www.bfn.de/0308_gebietsschutz.html (24.09.2013)
www.lfu.bayern.de/natur/schutzgebiete/index.htm (24.09.2013)