Wer hat Angst vorm wilden Kraut?

Ihr habt doch bestimmt auch schon mal beim Unkraut zupfen helfen müssen. Doch was ist eigentlich „Unkraut“? Dieser Name ist doch recht verwirrend. Ist es ein „Kraut“? Und was ist alles Unkraut?

Als Unkraut werden alle Pflanzen bezeichnet, die wir an dieser Stelle nicht haben möchten. Gras ist also in der Wiese kein Unkraut, im Rosenbeet allerdings schon. Es muss auch nicht immer ein „Kraut“ sein, auch kleine Bäume, Sträucher oder eben Gräser können solches sein. Aber das sind alles ganz normale Pflanzen!

Und warum mögen wir kein Unkraut?
Zum einen können diese Gewächse den anderen Pflanzen Nährstoffe, Licht oder Wasser wegnehmen. Vor allem in der Landwirtschaft ist das ein störendes Problem. 
Zum anderen wissen viele Menschen heute nicht mehr, dass diese Pflanzen auch sehr nützlich sein können. Unter den „Unkräutern“ befinden sich sehr viele Heilkräuter oder schmackhafte Wildkräuter. Und wenn man sich dessen bewusst wird, dann kann Unkraut jäten richtig Spaß machen und lecker schmecken! 


Unkraut im Kochtopf
Der Giersch (oder auch Erdholler) kann zum Beispiel in Beeten recht lästig sein. Wenn man aber die Blätter zu einen frischen Salat oder Pesto verarbeitet, ist er eine Delikatesse! Das Ganze kann dann noch mit frischen Gänseblümchen geschmückt werden. 
Auch Löwenzahn kann uns viel Freude auf den Tisch bringen. Die jungen Blätter können nach kurzem Waschen in heißem Wasser (das entfernt die Bitterstoffe) als Salat angerichtet werden und schmecken mit ein paar Speckwürfeln sehr lecker! Auch die gelben Löwenzahnblüten kann man zu einem süßen Löwenzahn-Honig verarbeiten. Glaubt ihr nicht? Dann probiert doch mal unser Rezept!

Unkraut im Medizinschrank
Viele Unkräuter haben aber auch heilende Kräfte. So kann Spitzwegerich bei juckenden Insektenstichen oder bei wunden Füßen wahre Wunder vollbringen. Das wussten früher übrigens auch die Feldarbeiter, die sich oft die Hände verletzt haben und dann einfach drei Blätter vom Spitzwegerich verknotet und den Saft auf die Wunde gerieben haben. 
Genauso die Brennnessel: Wenn man sie vorsichtig mit Handschuhen erntet, die Blätter trocknen lässt und abstreift, kann man daraus einen leckeren Tee herstellen, der viele Giftstoffe aus dem Körper entfernt. Ein wahres Wundermittel!

Unkraut ist schön!

Pflückt doch einfach mal einen schönen Blumenstrauß aus Blumen, die am Rand eines Weges oder Ackers blühen. Da wären Kornblumen, Mohnblumen, Wegwarte, aber auch Löwenzahn, Klee oder Gänseblümchen. Über einen frisch gepflückten Blumenstrauß freut sich jeder!
Viel Spaß beim Kräutersammeln und Unkraut jäten. Und anschließend? Guten Appetit! 

Andrea Hoffmeister

Hier noch ein paar Rezepte:


Löwenzahn-Honig:
Zutaten: Drei große Hände voll Löwenzahnblüten ohne Stängel, 3/4l Wasser, Saft einer halben Zitrone, 500g Zucker, 500g Gelierzucker 

So geht´s: Blüten in Wasser aufkochen, eine Stunde köcheln lassen. Anschließend das Löwenzahnwasser abfiltern und erneut mit Zitronensaft, Zucker und Gelierzucker 30 min kochen lassen, bis die Masse zähflüssig ist. Den Löwenzahn-Honig noch heiß in Schraubgläser füllen.

Giersch-Pesto:
Zutaten: 3 Hände voll Gierschblätter ohne Stängel, 100g geriebenen Parmesan, 100g gemahlene Haselnüsse, etwas Salz, Olivenöl, eine Knoblauchzehe 

So geht´s: Junge Gierschblätter gut waschen und etwas zerkleinern. Alle anderen Zutaten hinzufügen und mit dem Mixer zerkleinern. So viel Olivenöl zugeben, bis das Pesto damit abgedeckt ist. Das Pesto kann jetzt in Gläser abgefüllt werden und schmeckt lecker als Brotaufstrich oder mit Nudeln.