Bienensterben - Ein Frühling ohne Blüten?

Von Bienchen und Blümchen
Bienen - Ihr alle kennt sie: die kleinen, fleißigen, schwarz-gelb gestreiften Tierchen. Diese hübschen Brummer verbreiten zwar häufig Angst und Schrecken, sind aber für uns Menschen unverzichtbar. Denn ihnen verdanken wir es Jahr für Jahr, dass wir leckeres Obst und Gemüse essen können.

Wie kommt das?

Über 80% aller Gewächse sind auf Bienen als Bestäuber angewiesen, das bedeutet: Die Bienen fliegen in der Blütezeit von Pflanze zu Pflanze und übertragen dabei Pollen. Nur so kann aus der befruchteten Blüte eine Frucht werden, zum Beispiel ein Apfel oder eine Weintraube. Deswegen ist es ganz wichtig, dass wir auf die Bienen aufpassen, sonst könnte es vielleicht irgendwann einmal keine mehr geben und somit auch kein Obst. Das Erschreckendste dabei: Ein paar Bienenarten sind bereits ausgestorben! Viele Forscher haben schon unterschiedlichste Untersuchungen angestellt und es gibt offensichtlich zwei Hauptursachen, weshalb seit ein paar Jahren immer mehr Bienen sterben:

Zum einen: der Mensch ...
Einige in der Landwirtschaft verwendete Pestizide (das sind gegen Schädlinge eingesetzte Giftstoffe) werden für das Bienensterben verantwortlich gemacht. Ein Beispiel ist die Giftgruppe der Neonikotinoide, die auf das Nervensystem der Bienen wirken und ihren Schwänzeltanz, der wichtige Informationen an Artgenossen übermittelt, beeinträchtigt. So können sich die Bienen nicht mehr orientieren. Dieses Gift hat nicht nur Einfluss auf Bienen, sondern auch auf andere Tiere, wie zum Beispiel Hummeln.

Ein weiterer Grund für den Rückgang der Bienenbevölkerung ist die Intensivierung der Landwirtschaft. Die Fruchtfolgen, also die Zeitspanne von der Aussaat bis zur Ernte, werden immer kürzer. Somit bleiben immer weniger Pflanzen bis zum Blühen stehen. Dies führt dazu, dass die Bienen dort keinen Nektar holen können. Es fehlt ihnen also die Nahrung. Deswegen müssen immer mehr Imker auch im Sommer zufüttern, damit ihnen die Bienen nicht verhungern. Wildbienen haben diesen Luxus aber nicht, sie sind auf die natürlichen Vorkommen auf den Feldern und Wiesen angewiesen.

... und zum anderen: die Schädlinge
Häufig werden die unter den Imkern gefürchteten Varroa-Milben als Ursache für das Sterben genannt. Sie befallen immer mehr Bienenvölker und wirken dabei nicht nur durch ihre parasitäre Lebensweise (auf Kosten der Bienen), sie beschleunigen zudem die Ausbreitung gefährlicher Viren, die zum Beispiel zum Absterben der Brut oder zu verstümmelten Flügeln führen können.

Aber wir können helfen
Um dem Bienensterben entgegenzuwirken und damit wir auch in Zukunft frische, leckere Lebensmittel genießen können, sollten wir etwas für die Bienen tun.
Kleine Schritte dafür wären unter anderem:

  • Die ökologische Landwirtschaft durch den Kauf von Bio-Produkten zu unterstützen, denn dort wird auf die schädlichen Pestizide verzichtet. Außerdem achten einige Bio-Bauern auf den Erhalt der Bienen und mähen ihre Wiesen erst, wenn alles geblüht hat und die Bienen sich sattessen konnten.
  • Beim kleinen Bauernhof in der Region einzukaufen, denn viele kleine Äcker mit unterschiedlichen Ackerfrüchten bieten den Bienen einen besseren Lebensraum als Riesen-Äcker mit Monokultur.

Wenn ihr jetzt Lust bekommen habt, mehr über Bienen zu erfahren, könnt ihr ja mal schauen, ob es in eurer Nähe eine/n Imker/in gibt und mit dieser/diesem darüber reden, welche Erfahrungen sie/er in den letzten Jahren gemacht hat.

Verena Frauenknecht