Babyglück Formaldehyd

Quietsch-Gelb. Zwei Euro und fünfundfünfzig Cent. „Happy Baby Bade-Enten-Set“ nennt sich der Spaß für die Badewanne mit dem das Kind ganz sicher seine Freude haben wird. Zumindest eine Weile. Denn glücklich macht die Krebs erregende Substanz in der bunten Farbe ganz sicher nicht. Zum Glück gibt es Alternativen und ein paar ganz einfache Tipps, wie man beim Spielzeugkauf kein Risiko eingeht.

Was ist bedenklich?

Es gibt verschiedene Inhaltsstoffe, die auf ebenso verschiedene Weise schädlich sein können. Zu den bekanntesten zählen PVC (Polyvinylchlorid, ein Kunststoff) und die Weichmacher. PVC beispielsweise ist im Rohzustand sehr hart. Verschluckt ein Kind ein kleines kantiges Stück davon, verhärtet es sich durch die Magensäure und kann die Verdauungsorgane verletzen. Weichmacher hingegen machen Kunststoffe wie PVC zwar weich, dünsten mit der Zeit aber aus, oder lösen sich in Flüssigkeit und Fett. Nicht alle Weichmacher sind riskant, manche aber sogar fortpflanzungsgefährdend und deshalb verboten. Doch wer sorgt dafür, das solches Spielzeug erst gar nicht in die Läden und erst recht nicht in Kinderhände gelangt?

Richtlinien und Kontrollen
Ob „Made in China“ oder „Made in Germany“. Alle Spielsachen, die in Europa verkauft werden, müssen der Europäischen Spielzeugrichtlinie entsprechen. Nach 20 Jahren des Bestehens wird sie derzeit überarbeitet, was nach aktuellen Erkenntnissen der Wissenschaft auch dringend nötig ist. Die Grenzwerte sind noch viel zu niedrig. Ohne ausreichende Kontrollen ist jede Richtlinie jedoch sinnlos. Und genau das ist auch das Problem. Die tägliche Flut an neuem Spielzeug ist von unabhängigen Kontrollstellen nicht zu überblicken. Man überträgt die Verantwortung den Herstellern, die auf ihren Produkten das CE-Zeichen anbringen. Hierbei handelt sich aber nur um eine Herstellerangabe, also keinesfalls um eine unabhängige Kontrollstelle.

Nicht verwechseln darf man das CE-Zeichen mit dem GS-Zeichen. Dieses steht für „Geprüfte Sicherheit“ und wird von unabhängigen Prüfstellen für maximal 5 Jahre vergeben. Diese Spielwaren erfüllen den gesetzlichen Mindeststandard. Vorsicht ist hier nur vor Fälschungen geboten. Findet sich neben dem GS-Siegel kein Zeichen des zuständigen Prüfbüros ist der Missbrauch des Siegels wahrscheinlich.

Einkaufszentrum Wald
Beim Einkauf in der Spielzeigabteilung ist also immer Aufmerksamkeit gefragt. Neben dem Prüfsiegel GS sind auch die Sinne gefragt. Riecht beispielsweise Gummi stechend, sind Weichmacher wahrscheinlich und man sollte den Gegenstand gleich zurück ins Regal legen. Zum Glück geht es aber auch einfacher.

So wie Stühle und Tücher zur Höhle werden, so verwandeln sich zum Beispiel aus bunten Herbstblättern ganz schnell Teller und aus Kastanien Pralinen. Die Natur bietet uns unendlich viele Gegenstände. Hart, weich, klein, groß, rau, glatt, einfarbig und bunt. Muss es denn immer das vorgefertigte Spielzeug sein? Unterschiedliche Materialien und Farben regen Kreativität und Phantasie der Kinder viel mehr an. Gleich, ob draußen oder drinnen. Ganz ohne Risiko.

Markus Ries