Ausgestorben oder nie da gewesen?

Auf unserer Erde gibt es einige sehr außergewöhnliche Naturereignisse und Lebewesen. Doch sollte man den Geschichten und Legenden unserer Vorfahren nicht immer Glauben schenken. Im Folgenden möchte ich euch drei Tiere vorstellen, ein paar, die tatsächlich einmal existiert haben, und eines, das wohl nur in den Köpfen und Geschichten der Bayern entstehen konnte.

Der Elefantenvogel (Aepyornithidae)

Diese Spezies hat wohl in Madagaskar bis ins 17. Jahrhundert gelebt. Er gehörte zu der Ordnung der Laufvögel und konnte bei einem Gewicht von bis zu 500 kg ca. 3,50 Meter groß werden. Wir Menschen sind wahrscheinlich maßgeblich für sein Aussterben verantwortlich, da er der Jagd und der extensiven Brandrodung, die seinen gewohnten Lebensraum zerstörte, wohl nicht standhalten konnte.

Der Wolpertinger (crisensus crisensus, oder crisensus bavaricus)

Das nur in Bayern vorkommende Tier ist schon seit hunderten von Jahren bekannt. Der Legende nach sehnten sich wohl ein Hase und ein Rehbock nach ein wenig sexueller Abwechslung. Daraus entstand ein gehörnter Hase. Nach und nach ließen sich auch andere in Bayern ansässige Tiere dazu verleiten, mit diesem Lebewesen eine Verbindung einzugehen. Heraus kam der Wolpertinger, der aus vielen verschiedenen Extremitäten bayerischer Tiere besteht. Er gilt als sehr scheues nachtaktives Wesen, das aber dem Jäger eine attraktive Beute verspricht. So verhilft die Spucke zum Beispiel zu außergewöhnlicher Haarpracht und das zerstoßene Pulver der Hörner verspricht eine einzigartige Wirkung in Thema Liebe. Als Trophäe oft ausgestopft zu bewundern!

Das Quagga (Equus quagga quagga)
Es gehörte zu der Familie der Pferde und war ein Steppenzebra. Es hatte das Aussehen einer Mischform von Pferd und Zebra, wobei der Kopf und der Hals gestreift waren, ab dem Rumpf die Streifen nachließen und schließlich in ein Rotbraun übergingen. Sein natürlicher Lebensraum war in Südafrika. Wann genau das Quagga ausgestorben ist, ist unklar. Sicher jedoch ist, dass die Tiere im 18. Jahrhundert aus teils ökonomischen, teils sportlichen Gründen gejagt wurden. Der Bestand verminderte sich weiter, als viele der Dürre 1877 erlagen. Ab diesem Zeitpunkt galt das Quagga eigentlich als ausgestorben. Nur ein einziges Tier stand noch bis zum 12. August 1883 im Amsterdamer Zoo. Doch 1901 behauptete ein deutscher Schutztruppenoffizier, noch Quaggas in Namibia gesehen zu haben. 

Anna Fischer